Ratgeber

Website für Arztpraxen und Therapeuten: Was Patienten wirklich suchen

· Philipp Klose · Branchen · 3 Min. Lesezeit

Die Website einer Praxis hat eine andere Aufgabe als die eines Handwerksbetriebs. Sie muss nicht überzeugen – die Entscheidung für eine Praxis fällt meist über Empfehlung, Kassenzulassung oder schlicht die Entfernung. Sie muss Fragen beantworten, die sonst am Telefon landen. Und davon gibt es jeden Tag dieselben.

Die vier Angaben, nach denen zuerst gesucht wird

Wer die Seite einer Praxis aufruft, will fast immer eines von vier Dingen wissen:

  1. Wann haben Sie offen? Und zwar heute, nicht abstrakt.
  2. Wie erreiche ich Sie? Telefonnummer, groß und antippbar.
  3. Nehmen Sie mich überhaupt? Kasse, privat, Neupatienten ja oder nein.
  4. Wo genau ist das? Adresse, Etage, Aufzug, Parkplatz.

Steht das nicht in den ersten Sekunden da, greift der Besucher zum Telefon – und Ihre Anmeldung nimmt einen Anruf entgegen, den die Website hätte erledigen können.

Öffnungszeiten sind die halbe Miete

Öffnungszeiten gehören auf jede Seite, nicht nur auf die Kontaktseite. Am besten in den Fuß, wo sie überall mitläuft. Dazu gehört, was die meisten Praxisseiten vergessen:

  • Sprechzeiten getrennt von Telefonzeiten. Das sind selten dieselben.
  • Urlaub und Vertretung. Die häufigste Enttäuschung ist die verschlossene Tür.
  • Wie es im Notfall läuft – Bereitschaftsdienst, 116 117, was für Ihr Fach gilt.

Wenn Sie eine Sache aktuell halten, dann diese. Eine falsche Öffnungszeit ärgert mehr als eine altmodische Optik.

Neupatienten: Sagen Sie es klar

„Nehmen Sie neue Patienten?” ist die Frage, die am meisten Zeit frisst – am Telefon und beim Patienten. Ein klarer Satz auf der Startseite spart beiden Seiten die Runde:

Wir nehmen derzeit keine neuen Patienten auf. Ausnahme: Notfälle und Kinder von Bestandspatienten.

Das klingt hart, ist aber ehrlicher als ein Anruf, der mit einer Absage endet. Und wenn Sie wieder aufnehmen, ist es ein Satz Arbeit, ihn zu ändern.

Das Team ist wichtiger, als Sie denken

Bei einer Praxis geht es um Vertrauen und um Nähe. Ein echtes Foto von Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen wirkt stärker als jede Formulierung über Qualitätsstandards. Wichtig ist nur: echte Fotos. Ein Stockfoto-Arzt mit Stethoskop und Modelgesicht wirkt genau so, wie er ist – ausgeliehen.

Wie eine ruhige, aufgeräumte Praxisseite aussieht, sehen Sie in der Demo für Praxen – eine erfundene Praxis, aber vollständig gebaut.

Was Sie sich sparen können

  • Ein Online-Terminbuchungssystem, wenn die Anmeldung ohnehin jeden Fall vorsortieren muss. Dann verlagert es Arbeit, statt sie zu sparen.
  • Lange Fachtexte über Krankheitsbilder. Dafür gibt es bessere Quellen, und Patienten lesen sie dort.
  • Ein Kontaktformular für medizinische Fragen. Gesundheitsdaten per Formular sind heikel – ein Anruf ist einfacher und sicherer.
  • Newsletter und Aktuelles, wenn niemand Zeit hat, sie zu pflegen. Ein Beitrag von 2019 schadet mehr, als er nützt.

Barrierefreiheit ist hier keine Nebensache

Praxisseiten werden überdurchschnittlich oft von älteren Menschen aufgerufen, manche mit eingeschränktem Sehvermögen. Ausreichend große Schrift, echter Text statt Text-in-Bildern und genug Kontrast sind deshalb kein Zusatz, sondern gehören zur Grundausstattung. Nebenbei liest Google die Seite dadurch ebenfalls besser.

Kurz gesagt

Eine gute Praxisseite ist ein Auskunftsschalter, kein Prospekt: Öffnungszeiten überall, Telefonnummer antippbar, klare Aussage zu Neupatienten, echte Gesichter, große Schrift. Alles andere ist Beiwerk.

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