Website neu bauen, ohne bei Google abzustürzen
· Philipp Klose · Sichtbarkeit · 3 Min. Lesezeit
Es gibt eine Geschichte, die viele Betriebe erlebt haben: Die neue Website ist schöner, schneller, endlich modern – und drei Wochen später kommen deutlich weniger Anfragen. Das liegt selten am Design. Meist liegt es daran, dass beim Umzug ein paar unscheinbare Dinge verlorengegangen sind, die Google gebraucht hätte.
Der gute Teil der Nachricht: Diese Dinge sind bekannt, und man kann sie vorher absichern.
Warum ein Relaunch überhaupt Platzierungen kostet
Google kennt Ihre Seite nicht als „Ihre Website”, sondern als eine Sammlung einzelner Adressen. ihre-firma.de/leistungen/heizungsbau ist für Google ein eigener Eintrag mit eigener Bewertung. Diese Bewertung ist über Jahre gewachsen: durch Verweise von anderen Seiten, durch Klicks, durch Alter.
Ändert sich beim Neubau die Adresse – aus /leistungen/heizungsbau wird /heizung/ – dann steht Google vor einer Seite, die es nicht kennt, und vor einer bekannten Adresse, die plötzlich ins Leere läuft. Die alte Bewertung landet dann nicht automatisch auf der neuen Seite. Sie verfällt.
Die Weiterleitung ist das entscheidende Werkzeug
Für genau diesen Fall gibt es die dauerhafte Weiterleitung, technisch „301”. Sie sagt Google: Diese Adresse ist umgezogen, die neue ist die hier, und das bleibt so. Google überträgt daraufhin den Großteil der aufgebauten Bewertung auf die neue Adresse.
Wichtig sind drei Dinge:
- Jede alte Adresse braucht ein Ziel. Nicht pauschal alles auf die Startseite – das wertet Google als Fehlerseite mit Umweg. Jede alte Seite gehört auf ihr inhaltliches Gegenstück.
- Die Liste muss vollständig sein. Auch Seiten, die Sie längst vergessen haben, können Verweise von außen tragen.
- Weiterleitungen bleiben. Sie sind kein Übergang für ein paar Wochen, sondern dauerhaft.
Was Sie vor dem Umbau sichern sollten
Diese Liste ist der eigentliche Kern. Wer sie abarbeitet, hat das Wesentliche im Griff:
- Alle bestehenden Adressen. Am einfachsten aus der bestehenden Sitemap oder der Google Search Console.
- Welche Seiten Besucher bringen. Auch das steht in der Search Console: Welche Seiten werden überhaupt gefunden, mit welchen Suchbegriffen?
- Die Titel und Beschreibungen, die heute in den Suchergebnissen stehen. Was funktioniert, wirft man nicht weg.
- Verweise von außen. Innung, Branchenverzeichnisse, Lieferanten, Presse – deren Links zeigen auf konkrete Adressen.
- Die Inhalte selbst. Text, der seit Jahren gefunden wird, ist wertvoller als neuer Text, der es erst werden muss.
Der Fehler, der am meisten kostet
Der teuerste Fehler ist nicht die vergessene Weiterleitung, sondern eine Zeile, die man beim Bauen setzt und danach vergisst: die Anweisung an Suchmaschinen, die Seite nicht aufzunehmen.
Während der Bauphase ist sie richtig – niemand soll die halbfertige Seite finden. Bleibt sie beim Livegang stehen, verschwindet die Website innerhalb weniger Wochen aus dem Index. Der Betreiber sieht eine perfekt funktionierende Seite und wundert sich, warum niemand kommt.
Deshalb gehört nach jedem Livegang eine Kontrolle: Steht die Seite offen für Suchmaschinen? Liegt eine Sitemap bereit? Ist sie eingereicht?
Die ersten Wochen nach dem Umzug
Ein gewisser Ausschlag ist normal. Google muss die neue Struktur erst durchgehen; das dauert je nach Umfang Tage bis Wochen. In dieser Zeit gilt:
- Search Console beobachten, nicht nur die Besucherzahlen. Dort stehen die Fehler im Klartext.
- Nicht sofort nachjustieren. Wer nach fünf Tagen anfängt, Titel umzuschreiben, verlängert die Unruhe.
- Nach vier bis sechs Wochen sollte das Niveau wieder erreicht oder besser sein. Ist es das nicht, fehlt meist eine Weiterleitung.
Wenn Sie nicht selbst umziehen wollen
Genau dafür gibt es unser Übernahme-Paket: Ihre Inhalte ziehen auf die neue, schnelle Technik um, die alten Adressen werden weitergeleitet, und Sie müssen dafür nichts liefern. Was von den bestehenden Funktionen mitkommt, sehen wir uns vorher an und sagen es Ihnen, bevor Sie beauftragen – die Details stehen auf der Preisseite.
Kurz gesagt
Ein Relaunch kostet keine Platzierungen, wenn man die alten Adressen kennt, jede einzelne weiterleitet und nach dem Livegang prüft, ob die Seite für Suchmaschinen offen ist. Der Schaden entsteht fast immer aus Nachlässigkeit, nicht aus Technik.
Wie Ihre Seite heute dasteht – Ladezeit, Auffindbarkeit, Technik –, zeigt der kostenlose Website-Check in wenigen Minuten. Für Betriebe aus der Region haben wir außerdem aufgeschrieben, was eine Website in Marburg kostet.