Wie schnell muss eine Website sein – und warum langsame Seiten Kunden kosten
· Philipp Klose · Technik · 3 Min. Lesezeit
Ladezeit ist eines der Themen, bei denen Fachleute mit Zahlen um sich werfen, die niemandem etwas sagen. Für einen Betrieb ist nur eine Frage wichtig: Wartet der Interessent, oder ist er weg, bevor er Ihre Nummer gesehen hat?
Was Sekunden im Alltag bedeuten
Die Größenordnungen, um die es geht:
- Unter 1 Sekunde: Die Seite ist da, bevor jemand merkt, dass er gewartet hat.
- 1 bis 2 Sekunden: Unauffällig. Niemand denkt darüber nach.
- 3 bis 4 Sekunden: Spürbar. Ein Teil der Besucher bricht ab, besonders auf dem Handy.
- Über 5 Sekunden: Auf dem Handy ist ein erheblicher Teil weg.
Das Entscheidende passiert nicht am Schreibtisch mit Glasfaser, sondern unterwegs: im Auto, im Wartezimmer, im Funkloch am Ortsrand. Genau dort wird die Nummer eines Handwerkers gesucht. Eine Seite, die im Büro flott wirkt, kann dort quälend sein.
Woran es fast immer liegt
Bei kleinen Firmenwebsites sind es meistens dieselben vier Ursachen:
1. Riesige Bilder. Ein Foto direkt aus der Handykamera hat schnell fünf Megabyte. Auf der Seite wird es auf Briefmarkengröße angezeigt – geladen wird trotzdem alles. Zehn solcher Bilder auf der Startseite, und die Seite ist unbenutzbar. Richtig verkleinert braucht dasselbe Bild oft weniger als ein Fünfzigstel.
2. Zu viele Zutaten von fremden Servern. Schriften von hier, ein Karussell-Skript von dort, ein Kartendienst, ein Chat-Fenster, ein Bewertungs-Widget. Jede dieser Zutaten ist ein eigener Verbindungsaufbau. Zehn Zutaten heißt: zehnmal warten, bevor überhaupt etwas erscheint.
3. Ein Baukasten oder ein überladenes CMS. Wenn die Seite bei jedem Aufruf erst zusammengesetzt werden muss, kostet das Zeit – jedes Mal aufs Neue, für jeden Besucher.
4. Ein überbuchter Server. Billig-Hosting bedeutet oft: Hunderte Websites auf einer Maschine. Zur Mittagszeit merkt man das.
Was tatsächlich hilft
In dieser Reihenfolge, weil der erste Punkt meist am meisten bringt:
- Bilder verkleinern und in einem modernen Format ausliefern. Oft die größte Wirkung für den geringsten Aufwand.
- Fremde Dienste ausmisten. Jede Einbindung, die niemand vermisst, ist doppelt gewonnen – Tempo und ein Datenschutzthema weniger.
- Fertige Seiten ausliefern statt sie zusammenzubauen. Wenn der Server die Seite nur noch weiterreichen muss, fällt der ganze Zusammenbau weg.
- Ordentlich hosten. Der Unterschied zwischen 2 € und 10 € im Monat ist im Ergebnis größer, als der Betrag vermuten lässt.
Messen Sie ehrlich
Zwei Regeln, damit die Messung etwas taugt:
Messen Sie mobil, nicht am Schreibtisch. Die Handy-Werte sind die, die zählen – dort passiert der Großteil der lokalen Suchen.
Messen Sie nicht als Stammgast. Beim zweiten Aufruf hat Ihr Browser die halbe Seite gespeichert und sie wirkt schneller, als sie für einen Fremden ist. Ein privates Fenster zeigt die Wahrheit.
Unser kostenloser Website-Check macht genau das: Er ruft Ihre Seite wie ein fremder Besucher auf und sagt Ihnen in normalem Deutsch, wo es klemmt – ohne dass Sie etwas installieren müssen.
Tempo ist kein Selbstzweck
Google berücksichtigt Ladezeit bei der Bewertung, aber das ist nicht der Hauptgrund, sich darum zu kümmern. Der Hauptgrund ist einfacher: Eine schnelle Seite fühlt sich nach einem Betrieb an, der seine Sachen im Griff hat. Eine, die ruckelt und nachlädt, weckt Zweifel, die mit Technik nichts zu tun haben.
Unsere sechs Branchen-Demos laden auf dem Handy in unter einer Sekunde. Das ist kein Kunststück – es ist das Ergebnis davon, nichts einzubauen, was nicht gebraucht wird.
Kurz gesagt
Unter zwei Sekunden auf dem Handy ist das Ziel. Die häufigste Ursache für Verfehlen sind unverkleinerte Bilder, die zweithäufigste sind fremde Dienste, die niemand vermisst. Beides lässt sich beheben, ohne die Seite neu zu bauen.
Wenn sich der Aufwand am Bestand nicht mehr lohnt, sprechen wir über einen Neubau – Sie sehen einen Entwurf, bevor Sie etwas zahlen.